Donnerstag, 12. März 2015

Max' TOP 10 - Comic- und Cartoonfiguren

Meine TOP 10 der Comic- und Cartoonfiguren. Ja, Comic UND Cartoon. Ich sehe schon, wie ihr die Hände vor die Köpfe schlagt und sagt, dass das doch nicht geht. Doch, sage ich, das geht schon. Muss man nur machen.

Meine Regeln für die TOP 10 sind:

1) Der Comic/ der Cartoon darf auf keinem anderen Medium basieren. Der Game of Thrones-Comic ist somit doppelt raus, da er auf einer Serie basiert, die auf einer Buchreihe fußt.

2) Keine Animes/ Mangas. Die kriegen irgendwann einen eigenen Post, wenn mir mal kein Thema einfällt. Außerdem wäre mir die Entscheidung sonst zu schwer gefallen – zu große Auswahl.

3) Es geht nicht um die Qualität des Comics/ der Zeichentrickserie, aus der die jeweilige Figur stammt. So hat es beispielsweise kein einziger Charakter aus dem genialen "Watchmen" auf's Treppchen geschafft, obwohl er zweifellos einer der besten Comics ist, die ich kenne. Aber leider hat es weder für den Comedian noch für Rorscharch gereicht. Es gibt nun einmal Figuren, die mich nachhaltiger beeindruckt haben.

4) Reine Zeichentrickfilme sind auch raus. Tut mir leid für den Djinni aus Aladdin und Disneys Robin Hood, aber auch das hätte den Rahmen gesprengt. Vielleicht mache ich lieber mal eine TOP 10 Zeichentrickfilme.

5) Leider belegt Spiderman keinen der Plätze. Hiermit möchte ich mich dafür offiziell entschuldigen. Er hätte auch gut auf den 9. oder 10. Platz gepasst, aber Spidey weiß auch ohne eine Ehrung, dass er groß ist. Andere Figuren müssen auch einmal Erwähnung finden.

6) An einer Stelle hat sich ein Spoiler eingeschlichen. Den habe ich aber dick und fett markiert. Einfach den Satz überspringen, wenn ihr den dort angesprochenen Comic noch lesen wollt.

Das war's, viel Spaß und los:

Platz 10 – Blade/ Eric Brooks (Marvel Universe)

Die Mimik so reichhaltig wie bei Actionstars der 80er, der Look zeitlos und stylish und der Auftrag so alt wie Bram Stoker. Blade, der Daywalker, halb Mensch und halb Vampir. Horror macht nur einen kleinen Teil der großen Comicbandbreite bekannter Publisher aus, deshalb drei Hoch auf Blade. Damit hat er sich knapp gegen Swamp Thing durchgesetzt, weil er einfach cooler ist.
Also vergesst nicht: Es gibt immer Dinge in der Nacht, die schlimmer sind als Vampire. Zum Beispiel Blade.

Platz 9 – Harley Quinn/ Dr. Harleen Quinzel (Batman)

Ich kann schon einmal vorwegnehmen: Batman ist der einzige Comic, der es geschafft hat, zwei Charaktere in meine Liste zu befördern. Alle anderen Cartoons/Comicbücher haben es nur auf eine Figur gebracht. Glückwunsch!
Nun zu Harley: ja, ich weiß, klassischerweise wird eher der Joker erwartet. Aber dass Harley irgendwie immer nur als Jokers Schatten betrachtet wird, halte ich für unfair. Sogar ich rechtfertige mich jetzt dafür, sie gewählt zu haben. Klar, der Joker ist super, ob nun in Buch oder Film, aber irgendwie – langsam werde ich ihm überdrüssig. Immer ist es der dunkle Ritter gegen den verrückten Clown. Es gibt ihn einfach schon so lange, wohingegen Harley Quinn noch relativ frisch ist und zudem angenehm aus der meist männlichen Gegnerschaft gewöhnlicher Helden heraussticht (aber da ist Batman sowieso ein Positivbeispiel: Poison Ivy, Talia al Ghul, Catwoman).
Harley Quinn ist genial und phasenweise noch verrückter, als ihr Vorbild. Ihre Verwandlung von der Psychologin zur Psychopathin schlägt sogar Hannibal Lecter (na gut, der war auch schon Psychopath, bevor er Psychologe wurde). Leider wurde sie noch nie auf der großen Leinwand (und ich rede hier von der großen Leinwand, nicht von irgendwelchen kleinen Serien von 2002) verkörpert, aber bald wird es passieren. Stichwort: Suicide Squad.

Platz 8 – The Rumor/ Allison Hargreeves (Umbrella Academy)

Da viele sie vermutlich nicht kennen, stelle ich sie noch einmal kurz vor. Rumor entspringt dem grandiosen Umbrella Academy-Comic von Gerard Way (mit grandiosen Zeichnungen von Gabriel Bá), der dieses Jahr hoffentlich noch in die dritte Runde geht. Zwei Hardcover-Bände sind in Deutschland schon erschienen (danke, CrossCult).
Ihre Fähigkeit ist so simpel wie genial: Immer, wenn sie ein Gerücht ausspricht, wird es zur Wahrheit. Beispielsweise: Ich habe gehört, dass Maximilian Robert Winkel der beste Autor aller Zeiten ist. Na gut, das klappt jetzt nicht, weil ich es ja schon vorher war. Aber das Prinzip bleibt das gleiche.
Das geht so weit, dass sie * SPOILER * im zweiten Teil der Reihe bei John F Kennedy im Auto sitzt und sagt: Mr President, ich habe das Gerücht gehört, dass gleich ihr Hinterkopf explodiert – und zack, da ist es passiert, das Attentat. * SPOILER ENDE *
Noch dazu hat Rumor eine richtig feine Punk-Attitüde und ist sich für keinen coolen Spruch zu schade.

Platz 7 - Onkel Iroh (Avatar)

Zum ersten Mal verlassen wir die klassischen Comicbuch-Gefilde und wenden uns dem Bewegtbild zu: Avatar – Herr der Elemente. Gute Nickelodeon-Produktion. Einfache Story, leicht verständliche Prämisse mit simplen, aber effektiven Ideen. Schön gemalt, mit Anleihen am Anime-Stil. Empfehlenswerte Serie.
Onkel Iroh sticht für mich aus dem ohnehin schon großartigen Kader der Avatar-Charaktere heraus, denn er ist die menschgewordene Weisheit. Gerade seine Figur trägt dazu bei, der Serie, die auf den ersten Blick eher ein junges Publikum ansprechen soll, mehr Tiefe zu geben. Seine Hintergrund-Story – in Verbindung mit der von Prinz Zuko – hat eine derart tragische Reichweite, dass es einfach rührend anzusehen ist, wie ruhig und lebensbejahend Iroh geblieben ist. Dass er zur Feuernation gehört, spielt spätestens ab der zweiten Staffel auch keine Rolle mehr. Onkel Iroh ist einer von den Guten. Und wenn wir auf ihn hören, werden wir alle auch ein bisschen besser.

Platz 6 – Thaddäus Tentakel (Spongebob Schwammkopf)

Wer Thaddäus Tentakel ist, muss ich wohl kaum erklären. Ist es nicht lustig, dass er direkt nach Onkel Iroh kommt? Gegenteiliger könnte es nicht sein.
Thaddäus ist dauergenervt, brummelig, finster und schwarzmalerisch, ein Pool negativer Energie und damit der perfekte Gegenpol zum albernen Spongebob. Das wichtigste aber ist, finde ich: Mann kann ihn verstehen. Kann man doch, oder? Gott, wenn Spongebob mein Nachbar wäre, dann würde ich genauso sein. Vermutlich sogar noch schlimmer.
Thaddäus hat den 6. Platz allein dafür verdient, dass er all die Jahre bei uns geblieben ist. Die Widrigkeiten (schlechter Lohn, Spongebob und Patrick, Siegbert Schnösel, Spongebob und Patrick, die gescheiterte Kunst, Spongebob und Patrick) konnten ihn zwar manchmal kleinkriegen, aber nicht aus Bikini Bottom vertreiben. Danke, Thaddäus, dass du das immer noch mit machst. Du bist mein Held!

Platz 5 – Rick Sanchez (Rick and Morty)

Auch hier befürchte ich, dass diese Figur nicht jedem geläufig ist, deshalb eine kurze Erläuterung: Rick ist der Opa von Morty. Er sieht ein bisschen aus wie der Doc aus Zurück in die Zukunft und experimentiert gerne in der Garage herum. Seine Erfindungen sind sehr zahlreich, aber am wichtigsten ist wohl das Dimensionstor, mit dessen Hilfe er und sein Enkel durch verschiedene Universen reisen. Dabei nimmt er Morty eigentlich nur mit, damit dieser für Rick die Drecksarbeit erledigt. Die beiden verbindet eine Hassliebe, die man eigentlich nicht beschreiben kann. Guckt euch einfach die Serie an.
Rick zeichnen folgende Eigenschaften aus: Empathielosigkeit, Alkoholsucht, leichte Demenz, Aggressionsschübe, Verantwortungslosigkeit, Anflüge von Soziopathie und vor allem: Kein Mitleid mit Morty! Man könnte ihn auch als ein Arschloch bezeichnen. Auf der anderen Seite ist er aber sehr clever und sehr, sehr lustig. Ambivalenz ist da gar kein Ausdruck mehr. Rick ist super.

Platz 4 – Anung un Rama/ Hellboy

Hellboy – eine Hand aus Stein, abgefeilte Hörner und Hufe statt Füße. Vorlage für zwei mittelmäßige Verfilmungen und Wegbereiter eines ganzen Comicuniversums. Auch Abe Sapien, Lobster Johnson, Liz und die gesamte B.P.R.D. (Bureau for paranormal Research and Defense) hätten einen Platz in dieser Liste verdient gehabt, aber Hellboy ist nun einmal das Urgestein. Seine Stories sind geschickt aus Folklore, Anleihen an die Popkultur, klassischen Grusel-Geschichten und dem modernen Horror alá Lovecraft zusammengestrickt und verbinden zahlreiche Klischees zu einem überraschend unterhaltenden Endprodukt. In vielerlei Hinsicht war nicht nur der Comic, sondern auch die Figur Hellboy die Quintessenz der Zeit, in der er entstanden ist. Es fühlt sich so an, als hätten alle großen Comicmeilensteine der Jahre davor nur dazu gedient, Hellboy möglich zu machen. Und Mike Mignola ging hin und brachte zu Ende, was angefangen wurde.
Doch wird Hellboy das auch tun? Ist er die Rettung oder das Ende der Menschheit? Die Comicreihe läuft noch immer (bzw der Nachfolger "Hellboy in Hell") und ich bin gespannt, wohin es noch führt.

Platz 3 – Bruce Wayne/ Batman

Da ist sie, die zweite Figur aus dem Batman-Universum. Überraschenderweise ist es: Batman. Ha, wer hätte das gedacht?
Eigentlich möchte ich gar nicht allzu viele Worte über ihn verlieren. Erstens bräuchte man ein ganzes Buch, um das komplette Ausmaß dieser Figur überhaupt zu beschreiben, zweitens gibt es schon unzählige Interpretationen und Abhandlungen zu diesem Charakter und drittens hat Batman das auch gar nicht nötig. Batman ist einfach der Batman. Wer ihn nicht mag, hat keine Ahnung!

Platz 2 – Gaz (Invader Zim)

Gaz ist die Schwester von Dib, dem Jungen mit dem großen Kopf. Ihr Vater ist ein Wissenschaftler, der sein Labor eigentlich nie verlässt und deshalb nur in Form eines fliegenden Fernsehers, über den er sich selbst live streamt, mit seinen Kindern kommuniziert. Sie geht auf die Schule, die auch Zim, der titelgebende Alien der Serie, als Junge getarnt besucht. Ihr größte Leidenschaft sind Videospiele.
Nun, nehmt euch diese Informationen zu Herzen und versucht einmal, euch in diese Figur hineinzufühlen. Wie nimmt sie ihren Alltag wahr? Was empfindet sie? Wie geht es ihr?
Die Antwort auf alle drei Fragen lautet natürlich: Nein!
Gaz interessiert sich für nichts, was außerhalb der Küche und ihrer Spielekonsole passiert. Immer, wenn Dib kurz davor ist, von Zim getötet zu werden, oder andersherum, greift sie mehr oder weniger absichtlich ein und bringt die Sachen wieder in Ordnung. Ihre eigenen Ziele verfolgt sie mit eiserner Willensstärke, die nichts zu brechen vermag. Gaz ist der Kitt, der die Welt von Invader Zim zusammenhält. Man weiß nie, was in ihrem Kopf vor sich geht, aber meistens will man es auch gar nicht wissen.
Invader Zim ist eine so fantastische Sendung, die so vollgepackt ist mit fantastischen Figuren, dass es nahezu unmöglich ist, einen Favoriten zu wählen. Da gibt es Zim, Dib, die beiden großen Irken und natürlich Gir (klick mich: Gir-Hype!). Aber Gaz hat sich verdient gegen alle anderen durchgesetzt!
Gaz ist groß.

Platz 1 – Marceline Abadeer (Adventure Time)

Marceline, die Vampir-Königin, mit der Streitaxt, die gleichzeitig eine Bassgitarre ist. Sie singt Lieder, ernährt sich von der Farbe rot und kann sich in unzählige verschiedene Varianten einer riesigen, monströsen Fledermaus verwandeln. Manchmal ärgert sie Finn und Jake (die Helden von Adventure Time), manchmal unterstützt sie die beiden. Und ganz selten, in sehr feinfühligen Episoden, zeigt sich, wie lieb und empfindsam sie sein kann.
Marceline, deren Vater der König der Nachtosphäre ist. Er stellt hohe Erwartungen an seine Tochter, sodass ihr eigentlich nichts anderes übrigbleibt, als Böses zu tun. Deshalb versucht sie stets, die harmlosen Dinge ihres Alltags als großen Schrecken zu verkaufen.
Marceline ist stark und sie ist clever, aber sie ist selten sie selbst. Und wenn sie es ist, dann weiß sie es meistens nicht. Für eine Figur, die eigentlich nur eine Nebencharakter ist, ist sie ziemlich ausgefeilt.
In Adventure Time gibt es drei wichtige, weibliche Figuren: Prinzessin Bubblegum, die Feuerprinzessin und Marceline. Der Unterschied zu den anderen beiden ist bei Marceline allerdings, dass sie nie von Finn umschwärmt wird. Sie ist eine Freundin, ein Kumpel – und trotzdem nimmt die Serie ihr Innenleben genauso wichtig. Nimmt die Freundschaft genauso wichtig. Marceline ist wichtig. Für mich, für die Serie, für die Zukunft aller Cartoons.
Der erste Platz musste an sie gehen. Auch wenn der Eiskönig, Beemo, Finn, Jake, Treetrunks, Lemonhead und sogar der Lich ihn verdient gehabt hätten. Die ersten beiden Plätze waren wirklich schwere Entscheidungen. Aber Marcline IST der erste Platz.

(Außerdem saugt sie aus all meinen roten Sachen die Farbe, wenn ich sie nicht kröne – und ich mag rot doch so gern.)


Zuguterletzt habe ich noch eine Ehrenwidmung zu verkünden:
Diese geht an Prinz Adam von Eternia (aka He-Man, aber psst, dieses Geheimnis kennen nur die drei Freunde Man at Arms, Orko und die Sorceress) und seine Schwester She-Raw. Die jeweiligen Serien basieren auf Actionfiguren, deshalb konnte ich sie leider nicht in die Rangliste mitaufnehmen. Hey, ich habe die Regeln nicht gemacht – na gut, habe ich doch. Aber dann muss ich eben auch mit den Konsequenzen leben. Hier jedenfalls die Ehrenwidmung für zwei Kindheitshelden, die ich erst lange nach meiner Kindheit für mich entdeckt habe.

Das war's mit dem Post, vielen Dank für's Lesen. Heute haben wir gelernt, dass es viele gute Cartoonsendungen und Comics mit vielen guten Figuren gibt. Und vergesst nicht: Nächste Woche folgt schon der nächste Eintrag, dann zu den Fantasy Filmfest Nights, die ich am Sonntag besuchen werde. Also schaut wieder rein. 
 
Euer Man-at-Arms... äh... Max.

Keine Kommentare: