Sonntag, 1. März 2015

Penny schaut auch – Horror (vermutlich) Teil Zwei

Vergesst nicht am Sonntag wieder vorbeizuschauen, wenn meine wunderbare Gast-Bloggerin sich vorstellen und euch von ihren Haunted House-Favoriten erzählen wird. Wird bestimmt besser als dieser Text - also: es lohnt sich!“
Ich schmelze förmlich dahin. Mein Herz geht auf und ich kann mich nicht daran erinnern, wann es das letzte Mal so berührt war. Ich wurde vom „besten noch lebenden Autoren“ der ganzen Welt als „wunderbare“ – lasst euch dieses Wort auf der Zunge zergehen – Gast-Bloggerin angekündigt.
Ich bin sprachlos. Selbstverständlich nicht auf Grund der Ehre, die mir dadurch zu Teil wird, sondern schlicht, weil es mir ein schweißnasses Hemd beschert.

Ich schätze das liegt an folgenden Tatsachen: Mein rhetorisches Talent und meine Kenntnisse im Bereich Horror-Filme sind, im Vergleich zu denen des viel geschätzten Max, gelinde gesagt bescheiden. Das ist wie in den Rewe zu spazieren und sich zwischen Miracoli Instant-Spaghetti für 2,49 € und dem ja! Produkt für läppische 70 Cent zu entscheiden. Mit ja! hat mensch zwar clever gespart, aber den wahren geschmacklichen Exzess - insofern das bei Instant-Spaghetti möglich ist - erlebt er oder sie nur durch die Investition von zweifuffzich. Nun stellt euch vor, Max sei das Ebenbild zu Miracoli und ich das zu ja!. Auch wenn ja! im Geschmackstest nicht mithalten kann, ist es doch allgemein akzeptiert und macht vor allem auch Menschen mit kleinem Geldbeutel glücklich.

Penny ist mein Name. Nein, ich bin nicht so liebreizend wie Penny aus „The Big Bang Theory“, es ist nicht das niedliche Kürzel von Penelopéz und ja! ich gehe auch lieber erstmal zu Penny, als zu Rewe. Die Instant-Spaghetti dort schmecken auch ganz gut. Ich bin heute dafür zuständig, euch mit meinem überschaubaren Mitteilungszwang über Haunted-House Filme glücklich zu machen und maße mir an, auch die Miracolis unter euch überzeugen zu wollen. Im Sinne der Ego-Perspektive möchte ich euch gerne ein paar Filme ans Herz legen. Und das mache ich alles, obwohl ich gar keinen Blog besitze, niemals einen Blog-Eintrag geschrieben habe, aber mir der Titel der Gast-Bloggerin sicherlich stehen könnte und ich danach auf ein kleines Gast-Bloggerinnen-Krönchen hoffe. Mal sehen ob es klappt.

Auch ich erfreue mich gelegentlich einer endlosen Langeweile und sozialen Kontaktlosigkeit. Somit habe und hatte ich genug Zeit, um den einen oder anderen Horror-Film zu sehen. Dabei habe ich meine Liebe zu Haunted House-Filmen und sämtlichem Geisterkram entdeckt. Ich mag es schrecklich gern, mich zu gruseln! Gänsehaut, die sich über den ganzen Körper legt, schwitzende und zitternde Hände, ein rasender Pulsschlag und abgekaute Fingernägel sind für mich das Resultat eines erfolgreichen Filmerlebnisses. Schlicht: Ich will auf’s Böseste vom Sofa gehoben werden. Physische und psychische Ausnahmezustände lösen bei mir eben vorzugsweise Haunted House-Filme aus.

Letztlich bedeutet Haunted House nichts anderes als ein heimgesuchtes Haus. Das Haus oder allgemeiner ausgedrückt das zentrale Gebäude birgt etwas Böses. Dieses anfänglich undefinierbare Böse entpuppt sich in der Regel als ein oder mehrere Geister, die sich in den meisten Fällen nicht in friedlicher Absicht dort niedergelassen haben und auf unterschiedlichen Wegen Teil des Gebäudes wurden. Typischerweise bleibt das Gebäude eine Zeit lang unbewohnt und eine Familie oder einzelne Personen beziehen es in Unkenntnis darüber, wer oder was sich dort aufhält.

Ein Klassiker der klassischen Haunted House-Story ist Stuart Rosenbergs „Amityville Horror“ aus dem Jahr 1979. Der Film trägt außerdem den süßen Beigeschmack, die Geschichte beruhe auf eine wahre Begebenheit. Das kann natürlich bezweifelt werden, aber ich lasse mich von so einem Zusatz gerne beeindrucken. Außerdem wurde viel Wert auf das Aussehen gelegt, wodurch der Grusel auch direkt vom Haus ausgeht – was ich sehr charmant finde. Auch wenn dieser Film schon ein altes Schätzchen ist, sehr sparsam portionierte Schocker enthält und zum Ende hin etwas nachlässt, lohnt es sich dennoch, ihn gesehen zu haben. James Watkins' „Die Frau in Schwarz“ von 2012 mit Daniel Radcliffe ist eines der Paradebeispiele für gruselige, verlassene Häuser! Ein unglaublich packender Film, der nicht nur eine kontinuierliche Spannung erzeugt, sondern auch mit mehr als ausreichenden Schockmomenten und einem wahrlich gruseligen Geist bespickt ist. Besonders gut gefällt mir, dass die Zuschauer*innen sehr schnell ein umfassendes Bild des Gebäudes bekommen und mensch sich schnell im Haus zurecht findet. Der im selben Jahr erschienene Film „The Pact“ schafft das auch hervorragend. Hier ist das auch einfach, da es sich um eine überschaubare kleine Wohnung handelt. Meist gibt es in den besagten Gebäuden ein paar zentrale Räumlichkeiten - die Wohnzimmer der Geister oder des Schauderns -, die den Ausgangspunkt des Übernatürlichen bergen. Oft sind es die Räume selbst oder einzelne Möbelstücke. Dieses Merkmal trifft, wie bei den anderen, auch wunderbar auf „Das Waisenhaus“ zu, produziert von Guillermo del Toro.

Will mensch DAS verfluchte Haus, das bitteschön auch eine verdammt gruselige Erscheinung hat und eine malträtierte Familie beherbergt, mit der gelitten, geschwitzt und gebangt werden kann? Und will mensch dazu noch ORDENTLICH verwirrt werden? (Mehr kann ich nicht sagen, alles andere wäre Spoiler.) Dann sei an dieser Stelle gesagt, dass „The Others“ (2001), mit Nicole Kidman in der Hauptrolle, ein unbedingtes Muss im Haunted House ist! Ich hoffe deutlich zu machen, wie gut dieser Film ist und wie sehr ich ihn empfehle! („The Others! The Others! The Others!“)
Haunted House glänzt zusätzlich damit, dass es nicht immer nur die Häuser sind, die heimgesucht werden. Nicht unüblich ist es, dass Familien oder Personen, die auf der Suche nach einem neuen Heim denken, in dem schönen Altbau ein neues Zuhause gefunden zu haben, selbst Opfer einer Heimsuchung werden. Das klingt verwirrend, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.
Die perfekte Kombination aus einem verfluchten Haus und einem Familienmitglied, das heimgesucht wird, findet mensch für meinen Geschmack in zwei Filmen. Zum einen wäre das James Wans „The Conjuring – die Heimsuchung“ aus dem Jahr 2013 und Stanley Kubricks Meisterwerk „The Shining“ von 1980, basierend auf den Roman von Stephen King (der diese Inszenierung ganz schrecklich fand, aber der hat ja auch keine Ahnung). King hat keine Ahnung, weil dieser Film trotz weniger Schockmomente satte 143 Minuten lang reine Gänsehaut erzeugt. Minutenlange Kamerafahrten durch ein riesiges Hotel und ein auffällig ruhiger Filmrythmus mit wenigen Dialogen, was die Nerven der Zuschauer*innen zum Zerreißen bringt. Selbstverständlich muss an dieser Stelle der herausragende (heimgesucht vom Haus oder nicht?!) Jack Nicholson betont werden. Alles in allem ein perfekt inszenierter Haunted House-Film, für meinen Geschmack.

„The Conjuring“ ist ein besonderes Schmuckstück, trotz typischer Story. Dieser Film ist für mich unumstritten einer der gruseligsten Filme, die ich gesehen habe. Hier wird sehr viel Wert auf den Zerfall der heimgesuchten Mutter gelegt und ebenso auf das verfluchte Haus, das ebenfalls schnell kennengelernt wird. Die zentralen Räume und Möbelstücke allein haben einen Gruselfaktor von 10(000). Toller Look, perfekt gesetzte Schocker – davon ganz schön viele -, facettenreiche Geister mit interessanten Hintergrundstorys und ein brillant ausgeführtes Ende. (Auch das Prequel „Annabelle“ von 2014 empfehle ich zu sehen. Bitte auch „Insidous I“ und „Insidious - Chapter II“ vom legendären Herrn Wan schauen.)

Mit dem Ende eines Haunted House-Films bin ich sehr kritisch und davon oft sehr enttäuscht. Teilweise sind sie mir viel zu überzogen und nicht authentisch gegenüber dem Rest des Films. So ist auch das Ende von „Mama“ aus dem Jahr 2013 für mich mehr als daneben. Ansonsten ist der Film aber empfehlenswert.

Alles in allem zusammengefasst – um endlich mal ein Ende zu finden – machen für mich folgende Merkmale lohnenswerte Haunted House-Filme aus: Detailliert inszenierte Häuser, in denen es sich schnell zurecht finden lässt, facettenreiche und „gutaussehende“ Geistergestalten, die Kombination aus Schauer und spannender Atmosphäre und Hauptcharaktere, mit denen mensch mitfühlen und mitleiden kann.

Zum Schluss möchte ich dem lieben Max gerne für die Gelegenheit danken, dass ich hier ein wenig Senf abgeben durfte. Sollten ein paar von euch jetzt Lust auf ja! Spaghetti verspüren, bin ich sehr zufrieden. Den Miracolis unter euch kann ich nur sagen: Ich habe mein Bestes gegeben. Wenn das nicht gereicht hat, dann empfehle ich euch Max‘ Buch, das bald erscheinen wird. Das wird das einzig wahre Markenprodukt mit einer unverwechselbaren Note!

Vielleicht bis bald!

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