Dienstag, 25. August 2015

Stand der Dinge - August '15

Ui, ui, ui - seit dem letzten Post ist ja ganz schön viel Zeit vergangen. Ihr habt gar nichts mehr von euch hören lassen... Wie geht es euch? Was? Wieso hätte ich mich melden sollen? Ihr hättet doch auch anrufen können! Nie kommt etwas von euch und dann heißt es immer, dass es ja an mir lag. Also... ja, in Ordnung... Ich gebe zu, dass ich keine neuen Blogposts verfasst habe, so wie versprochen. Okay.

Kurz dazu: ich ziehe jetzt im September in eine neue Wohnung und suche parallel nach einem Nebenjob. Das Schreiben zahlt sich irgendwie nicht aus, wenn man keinen Verlag und nur einen unbekannten Roman für 0,99 € auf dem Markt hat... Aber damit hatte doch niemand rechnen können! Außerdem muss ich mich auf das nächste Semester vorbereiten, damit es im Studium weiterhin gut vorangeht. Wegen all diesen "Umständen" ist es mir derzeit leider nicht möglich, den Blog regelmäßig zu füttern. Aber spätestens ab dem 01.10. nimmt hier alles wieder seinen gewohnten Gang.

Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu berichten, als vor einem Monat. Buchüberarbeitung dauert länger, als gedacht, aber das ist meine Schuld. So ist das halt. Das Cover für das Buch sollte auch bald fertig sein. Und wenn ich dann alles zusammen habe, kommt der Roman raus. Das hört sich wirklich unspektakulär an. Aber das ist nicht schlimm, denn umso spektakulärer wird natürlich "Karasu" (hammer Überleitung, oder?).

Ich muss sagen, dass ich mit meinem ersten Roman wirklich sehr zufrieden bin. Euch grimmigen Fantasyfans da draußen wird "Karasu" bestimmt gefallen. Es wird düster, blutig und stellenweise schaurig, es wird spannend, abenteuerlich und traurig und außerdem wird viel geflucht, viel getrunken und es gibt eine ganze Menge schlechter Witze. Also genauso wie hier auf dem Blog, nur in Mittelerde (nicht wirklich in Mittelerde, da will doch keiner mehr hin, seit Gandalf und die Elben weg sind). Das Beste daran ist: die ganzen stereotypischen Adjektive, die ich gerade benutzt habe, um meinen Roman zu bewerben, treffen wirklich auf das Buch zu. Genauso wird es! 

Falls ihr euch fragt, ob ihr mit "Karasu" glücklich werdet, hier die wenig bescheidende Antwort. Dieses Buch ist genau das Richtige für jeden (Grimdark-)Fantasyfan, der sich, wie ich, die Nächte mit Andrzej Sapkowski, Joe Abercrombie, Mark Lawrence oder Scott Lynch um die Ohren schlägt. Aber auch Freunde von Anime-Perlen wie Berserk, Attack on Titan oder Prinzessin Mononoke werden mit dem Roman ihren Spaß haben. Falls ihr Videospiele mögt, die Dark Souls, Dragon Age oder The Witcher heißen, kann ich euch "Karasu" ebenfalls wärmstens ans Herz legen (mehr zu Videospielen gibt es: hier klicken - oder: hier klicken).

Okay, lassen wir die übertriebene Werbung kurz beiseite: ich bin wirklich stolz auf den Roman und hoffe, dass er euch auch gefallen wird. Ich mehr als gespannt, was die zukünftigen Leser davon halten werden und ob gute, alte Mittelalterfantasy überhaupt noch eine Chance auf Erfolg hat, besonders nach dem riesigen Hype um George Martin und Game of Thrones.

Es gibt noch eine Sache, über die wir mal reden müssen: wieso ich den Roman eigentlich nur als Selbstverleger auf Amazon veröffentlichen werde.

Na klar, dass eBooks immer noch ein boomendes Geschäft sind, liegt auf der Hand. Auch die großen Bücher der großen Autoren von großen Verlagen erscheinen inzwischen stets parallel als eBook. eReader sind voll und ganz auf dem Büchermarkt angekommen - beziehungsweise: der Büchermarkt ist voll und ganz auf den eReadern angekommen. Meine Idee "Karasu" als eBook zu veröffentlichen, ist also vermutlich nicht die schlechteste. Aber wieso nicht an Verlage schicken? Man hört zwar immer, dass die Erfolgschancen da gegen null tendieren, aber der Versuch kostet ja nichts.

Ich bewege mich schon recht lange in diesem Selfpublish-Autoren-Kosmos und habe dort schon allerlei gelesen. "An Verlage schicken bringt eh nichts, die lesen das nicht einmal", "Ich würde mein Werk nie an einen Verlag schicken, dann zwingt ein Lektor mich, meine tollen Ideen umzuschreiben" oder "Die lehnen das immer ab und sagen, es wäre schlecht, dabei weiß ich, dass mein Roman der beste aller Zeiten ist". Das alles halte ich für Quatsch.

Wenn dein Buch interessant ist und dein Exposé darauf schließen lässt, dass du gute Ideen und einen guten Schreibstil hast, wird der Verlag sich deinen Roman auch anschauen. Wenn der Verlag dir sagt, dass er das Buch nicht nimmt, weil es nicht gut genug ist, könnte es daran liegen, dass es nicht gut genug ist (und Verlage kennen sich mit solchen Dingen, sprich: Büchern, aus). Es dann trotzdem zu veröffentlichen, ist natürlich dein gutes Recht. Aber es ist kein Fehlverhalten des Verlags, dass er dein Buch nicht nimmt. Viele Autoren scheinen in einer Traumwelt zu leben, in der gute Bücher nur durch Leidenschaft und viel Fantasie geschrieben und verkauft werden - ersteres mag in manchen Fällen stimmen, letzteres nicht. Jedes Buch, das in einer Buchhandlung steht, hat einiges durchgemacht, um dorthin zu gelangen. Dazu gehört auch, die Ratschläge eines Lektors anzunehmen (der das nicht einmal böse oder persönlich meint, sondern hauptsächlich das Buch besser machen und die Verkaufschancen erhöhen möchte).

Zurück zum Thema: ich schicke meinen Roman nicht nicht an die Verlage, weil ich Angst vor Kritik, Angst vor Ablehnung oder Angst vor Lektorat habe. Ich schicke ihn auch nicht nicht an Verlage, weil ich denke, dass das sowieso nichts bringt. Ich konzentriere mich nur deshalb auf das Selfpublishing und die eBook-Amazon-Variante, weil das Schreiben bei mir zurzeit noch in den "Kinderschuhen" steckt, wie man so schön sagt. Okay, ein Fantasyroman von fast 800 Seiten Länge ist vielleicht kein Kinderschuh mehr, aber das meine ich auch nicht. Ich studiere noch und habe das auch noch einige Jahre vor mir. Wieso sollte ich mich also schon auf die Verlage stürzen? In meiner jetzigen Situation ist das nicht nötig. Die nächsten Jahre will ich nutzen, um so viel und so gut zu schreiben, wie ich nur kann. Schreiben ist in erster Linie Handwerk, danach kommt die Kreativität. Und meine handwerklichen Fähigkeiten will ich verbessern.

Meine Erzeugnisse jetzt an Verlage zu schicken, wäre vielleicht einfach zu früh. Irgendwann möchte ich vom Schreiben leben können, aber jetzt muss ich das noch gar nicht. Ich bin 21 Jahre alt ... Ich habe noch einige Jahre vor mir, bis ich auf die Verlage angewiesen bin. Und wenn ich dann, mit einigen eBook-Veröffentlichungen (die hoffentlich zumindest ein bisschen Erfolg haben werden) und ein paar Jahren Schreiberfahrung an sie herantrete, dann bin ich bereit dafür. Zurzeit bin ich das nicht. Das ist der ganz einfache Grund.

Außerdem ist es natürlich schon cool genug, den ersten eigenen Roman auf Amazon zu sehen. Das wird gewiss ein gutes Gefühl sein. So viel dazu.

Im September wird es vermutlich auch nur einen oder zwei Blogposts geben, aber ab Oktober geht es, wie gesagt, regulär weiter. Bis dahin überlege ich mir auch ein paar richtig coole Themen. Eine neue Top 10 steht auf jeden Fall mal wieder an. Euch wünsche ich eine produktive und erfolgreiche Zeit und ich hoffe, dass ihr auch ohne meinen Blog-Donnerstag gut durch den September kommen werdet. Ich weiß, dass das schwer wird... Aber ihr schafft das!

Kommentare:

Averan Asgaroth hat gesagt…

Ein wichtiger Punkt fehlt noch, was die Einschätzung der Verlage angeht, denn nur mit dieser Liste würden wir Harry Potter und Co heute nicht kennen. Selbst richtig gute Ideen werden abgelehnt, weil es Verlage gibt, die ein gewisses Kontingent haben, die meisten haben es sich aufgespart für Übersetzungen und dann kommen die Ablehnungen, wegen Gründen, die so, oder so ähnlich klingen: "Es tut uns leid, aber wir sehen in der nächsten Veröffentlichungsperiode nicht, dass dieses Thema sich rentabel verkaufen lässt!"
Übersetzt bedeutet das, dass selbst richtig gute und gut geschriebene Bücher nicht veröffentlich werden, weil die Prognose für den Markt das Themenumfeld nicht berücksichtigt. Weshalb Genres wie Romantasy geboomt haben wie nix, die Prognosen haben nämlich vorausgesagt, dass die Verlage in dem Bereich Geld machen können. High Fantasy hatte es schon immer schwer und ich vermisse wirklich gute Literatur aus diesem Bereich. Das wenige, was bei mir auf dem SuB landet ist entweder selfpublishing, ein kleiner Randverlag (der im normalen Buchhandel keine Berücksichtigung findet) oder eine erfolgreich laufende Reihe aus anderen Ländern, die übersetzt wurde.

Dies ist daher für mich der absolute Hauptgrund, selfpublishing in meinem Leseverhalten zu berücksichtigen, denn es gibt darunter wahre Perlen, die von Verlagen abgelehnt wurden, während eher schlechte Bücher vermarktet werden, weil das Thema theoretisch Profit abschlagen könnte. Verlage waren, sind und bleiben nun mal Firmen, die das Geldverdienen an oberster Stelle stehen haben und daran ist auch nichts verwerflich, die Mitarbeiter wollen schließlich auch etwas zu Essen haben.

M. R. Winkel hat gesagt…

Natürlich, da stimme ich dir voll und ganz zu. Ein bisschen Trend gehört dazu. Es lohnt sich ja nicht etwas zu kaufen, das sich nicht weiter verkaufen lässt. Das hätte ich mal in meine Liste miteinbeziehen sollen ... Schreibe schließlich auch keine Romantasy oder Vampir/Werwolf/Creature-Lovestory. Ohne das abwertend zu meinen. Vielleicht sogar aufwertend - Genres, in denen ich nicht schreibe, sind schließlich in Sicherheit vor mir. Das ist nichts Schlechtes.

Aber ja, Verläge müssen Geld verdienen und sich ernähren. Ist ja auch gut so.