Donnerstag, 15. Oktober 2015

Stand der Dinge - September + Oktober '15

Vor über einem Monat ist mein Roman "Karasu" erschienen - yay! Ein paar Exemplare habe ich schon verkauft und auch eine tolle Bewertung erhalten. An Halloween wird es außerdem die erste Rabattaktion für Karasu geben - weitere Details folgen.

Ansonsten ist super viel passiert. Ich bin umgezogen und wohne jetzt in einer richtig schicken Bude. Das nächste Semester steht vor der Tür, am Montag geht es wieder los. Und - vielleicht am wichtigsten - seit über 2 Jahren habe ich zum ersten Mal kein Projekt vor mir, das in der Welt von Avar und Rassa spielt. "Die Hexe von Dunner" und "Karasu" haben mich sehr lange Zeit begleitet, aber nun gilt es, neue Wege zu beschreiten.

In den letzten Jahren habe ich viel über's Schreiben gelernt. Vor allem weiß ich jetzt, welche Herangehensweisen an ein neues Projekt für mich funktionieren und welche nicht. Ich fühle mich nun größeren und komplexeren Geschichten gewachsen. Wäre ich eine Band, dann wäre "Die Hexe von Dunner" meine Probeaufnahme gewesen und "Karasu" die erste EP. Jetzt wird es Zeit für ein richtiges Hit-Album. Genau deshalb sitze ich auch bereits an der nächsten Geschichte.

Ein paar Informationen möchte ich gerne schon mit euch teilen: diesmal wird es eine mehrbändige Reihe. Ich weiß, wie man ein abgeschlossenes Buch schreibt, jetzt will ich herausfinden, wie man über mehrere Romane hinweg eine Geschichte erzählt. Aber das ist natürlich nicht der einzige Grund, weshalb ich mich für eine mehrteilige Story entschieden habe. Vor allem liegt das daran, dass die Geschichte (an der ich übrigens schon feile, seit ich mit Karasu anfing) einfach nicht in ein einzelnes Buch passt. Ich denke, es werden eher 4 oder 5 Bände.

Desweiteren betreibe ich derzeit zum ersten Mal so richtiges Worldbuilding. Bei "Karasu" habe ich viele Besonderheiten und Details der Welt erst beim Schreiben herausgefunden. Das hat zwar gut funktioniert, aber leider sehr viel Zeit gekostet. Dieses Mal möchte ich mich deshalb besser vorbereiten und bevor ich die erste Seite schreibe, schon alles über die Welt und ihre Bewohner wissen.

Das macht übrigens wirklich Spaß. Ich erstelle eine Art Kompendium, in der von Grund auf alles festgehalten wird: Kontinente, Geographie, Tierwelt, intelligente Völker, Sprachen, Bräuche, Städte, Politik, Wirtschaft, Infrastruktur, wichtige Orte, Charaktere, geheime Bünde, Hinweise zur Atmosphäre und zur Sprache der Romane, Inspirationsquellen... Dementsprechend umfangreich wird diese Sammlung an notwendigem Hintergrundwissen und so langsam fühlt es sich so an, als würde das schon ein Buch für sich alleine werden.

Früher fand ich es immer albern, wenn ich bei Autoren gelesen habe, dass sie sich Karten malen und Interviews mit ihren Charakteren schreiben, um diese besser kennenzulernen. Für mich schien das immer eine Ablenkung vom Wesentlichen, eine witzige Spielerei, um die Zeit zu vertreiben. Aber nun, einen Fantasy-Roman schlauer, erscheint mir das gar nicht mehr albern. Denn all diese Dinge sparen später enorm viel Zeit und erleichtern das Reinfinden ins "Look & Feel" der Geschichte. Nachdem man ein hundertseitiges Kompendium erstellt hat, weiß man, wie die Welt aussieht. Dann gibt es zwar beim Schreiben nicht mehr viel zu entdecken, dafür jedoch umso mehr zu beschreiben. Ich denke, solche Arbeitsprozesse machen das Werk im Endeffekt lebendiger und durchdachter. Alles passt noch besser zusammen.

Anfangen am neuen Werk zu schreiben werde ich übrigens am 01.11. Ja, dann geht es wieder los. Ich bin schon sehr gespannt. Ich hoffe ein wenig, dass ich während der ersten Kapitel merken werde, dass ich besser geworden bin. Vor allem im Vergleich zu den ersten Kapiteln von Karasu (also die ersten, die ich damals geschrieben habe, nicht die ersten Kapitel, die jetzt tatsächlich im Buch sind - von den allerersten Seiten, geschrieben im Januar 2013, haben es wohl höchstens 5 % ins fertige Buch geschafft). Außerdem freue ich mich schon tierisch darauf, in ein neues Projekt abzutauchen.

Diese Geschichte wird allerdings nichts mehr mit Avar und Rassa zu tun haben, noch nicht einmal in der gleichen Welt spielen. Das heißt aber nicht, dass ich die beiden für immer zurücklasse. Irgendwann werde ich auf jeden Fall nach Kalgur zurückkehren - es gibt einiges, was noch nicht erzählt wurde. Doch für den Augenblick sehe ich nicht die Notwendigkeit, bei Avar und Rassa weiterzumachen. Den beiden sei eine Pause von mir und mir eine Pause von ihnen gegönnt.

Weil ich so aufgeregt bin und wirklich das Gefühl habe, an etwas ziemlich Coolem zu arbeiten (wie könnte es auch anders sein, bei meiner zweifellosen Genialität), möchte ich schon ein paar erste Details mit euch teilen. Vielleicht bekomme ich ja auch schon Feedback - gerade zu Anfang eines Projektes ist das ziemlich wichtig.

Die neue Geschichte wird - wenig überraschend - natürlich auch im Genre der Fantasy angesiedelt sein. Allerdings gehe ich einen Schritt weiter und lasse das typische Mittelalter-Setting hinter mir. Das scheint über die letzten zwei Jahre ein leichter Trend geworden zu sein und dem schließe ich mich gerne an. Im Fantasybereich ist noch so vieles möglich, auch abseits von Rüstungen, Schwertern und Burgen. In der Welt meiner nächsten Romane hat die Menschheit bereits die industrielle Revolution erreicht. Ich weiß, was ihr jetzt denkt, aber Achtung: es wird kein Steampunk. Zeppeline, Äther-Waffen oder abgefahrene Dampfmaschinen kommen bei mir nicht vor. Ich beleuchte eher eine parallele Entwicklung von Maschinen die mit Strom, Gas oder Kohle betrieben werden. Doch auf den technischen Aspekten wird auch gar nicht der Fokus liegen.

Im Mittelpunkt wird eine Gemeinschaft von Menschen stehen, die besondere Fähigkeiten haben. Ja, das klingt nach Superheldencomics und das soll es auch. Aber wer Karasu gelesen hat, wird sich bereits denken können, dass in meiner Welt keine übermächtigen Superwesen vorkommen werden. Auch ein mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegneter Kerl kann in meinen Büchern auf's Maul kriegen. Und es steht auch nirgendwo geschrieben, dass er diese Kräfte für das Gute einsetzen muss.

Das sind schon einmal zwei wesentliche Pfeiler meiner neuen Geschichte, die ich preisgebe. Weitere folgen natürlich bald. In nächster Zeit wird es ohnehin erst einmal um das Aufbauen und Entdecken einer neuen Welt und um das allseits beliebte Plotten des ersten Bandes gehen und da ich den Blog nun wieder fleißig bespiele, werdet ihr schon früh genug alles mitbekommen.

Falls ihr Karasu gekauft und gelesen habt, hoffe ich, dass es euch gefiel.
Falls nicht... Naja, ich sag mal so: müsst ihr selber wissen.

Euch eine gute Zeit und falls ihr auch studiert, einen guten Einstieg ins neue Semester.

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